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Kunstplattform Kulturstadt Vorwort
 
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  Der Verein Kunstpavillon wurde vom Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft (IKM) kontaktiert. Das IKM wurde durch eine Seminararbeit zum Thema Kunstmarkt auf unser innovatives Projekt aufmerksam.  
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Kunstplattform Kulturstadt Interview
 
 
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Frage IKM: Woher kam die Idee für die Kunstplattform? Gab es ein konkretes Ereignis, dass Sie dazu bewogen hat ein solches Format zu gründen?


Kunstpavillon: Es gibt auf der einen Seite eine große Anzahl an wirklich talentierten und künstlerisch begabten Menschen. Diese Künstler schaffen zwar wirklich tolle Unikate, können sich und ihre geschaffenen Arbeiten aber nur kaum oder gar nicht vermarkten. Auf der anderen Seite gibt es eine zunehmend wachsende und interessierte Käuferschicht, die sich vorwiegend an Einzelstücken und Originalen orientieren, können aber nicht die gewünschte Auswahl an Künstlern und Exponaten finden. Vorwiegend sind es bekanntlich Originale, welche die Möglichkeit einer Wertsteigerung erfahren. Es gibt bis heute nur wenige geeignete Möglichkeiten, eine breite, provisionsfreie Verbindung dieser zwei Interessensgruppen herzustellen. Kunstpavillon.com als das elektronische Verbindungsglied zwischen Künstlern einerseits und echten Kunstinteressierten andererseits wurde geboren.


Frage IKM: Sind Sie nach Ihrer Gründung auf Widerstand gestoßen? Von Galerien oder Künstlern?


Kunstpavillon: Nach vielen innovativen Ideen des Hauptinitiators Werner Goller und dutzenden Gesprächen sowie zeitaufwändigen Programmierungen von Mag. Werner Troger und Josef Trojer gingen wir 2002 erstmals online. Wir hatten weder finanzielle Unterstützung in Form von Fördermittel noch irgendwelche sonstige Unterstützungen wie etwa Auslagerungen von Programmierarbeiten zurückgreifen können. Die Finanzierung und die technische Entwicklung erfolgten mehr oder minder zur Gänze in Eigenregie. Das blieb übrigens bis zum heutigen Tag so und darauf sind wir auch sehr stolz! Widerstände gab es erwartungsgemäß keine, weder von Galerien noch von irgendwelchen Künstlern. Ganz im Gegenteil, unser Auftritt war relativ rasch ein Erfolg, Mitglieder waren sowohl junge, unbekannte Künstler bis hin zu bekannten „Urgesteinen“ wie etwa Prof. Oswald Kollreider.


Frage IKM: Wie erfolgt die Kontaktaufnahme? Treten die Künstler direkt mit Ihnen in Kontakt, oder ergreifen Sie die Initiative?


Kunstpavillon: Es war uns seit Anbeginn an immer ein besonderes Anliegen, nur den direkten Kontakt zwischen Interessierten und ausstellenden Künstlern herzustellen. Wir stellen mit unserer Plattform www.kunstpavillon.com die Möglichkeit der professionellen Präsentation und der einfachen Kontaktherstellung zur Verfügung. Die Kaufabwicklung selbst erfolgt immer auf direktem Wege ohne unser Zutun zwischen Käufer und Verkäufer, selbstverständlich provisionsfrei.


Frage IKM: Wie sieht der Alltag des Kunstpavillon aus? Wie koordiniert sich das Team unter sich?


Kunstpavillon: Die einzelnen aktiven Vereinsmitglieder agieren im Rahmen der festgesetzten Statuten eigenständig und arbeiten das täglich anfallende Arbeitsaufkommen, von der Beantwortung von E-Mails, Überprüfung von Rechnungen oder bis hin zu ergänzenden Programmierarbeiten, regelmäßig ab. Das Team von Kunstpavillon trifft sich regelmäßig einmal im Monat zu einer offiziellen Vereinssitzung in welcher gemeinsam sämtliche zu klärende Details und alle zukünftigen Visionen des Vereins auf Basis einer monatlichen „ToDo Liste“ besprochen, diskutiert und beschlossen werden.


Frage IKM: Nachdem Sie die Bilder provisionsfrei verkaufen, wie hält sich das Projekt über Wasser? Gibt es Hauptsponsoren/Partner?


Kunstpavillon: Sponsoren oder finanziell unterstützende Partner gibt es keine. Wir halten uns ausschließlich mit den jährlichen Mitgliedsbeiträgen unserer ausstellenden Künstler sozusagen über Wasser. Und selbst diesen Mitgliedseitrag haben wir im Laufe unserer Anfangsjahre so adaptiert, dass eine Mitgliedschaft für jeden ausstellenden Künstler leicht erschwinglich ist und wir unsere Ausgaben decken können.
Eine positive Bilanzierung unserer Organisation ist ja nur deshalb möglich weil sämtliche Aufwendungen durch unsere ehrenamtlichen Tätigkeiten und unsere eigenständigen Entwicklungen dementsprechend gering gehalten werden können.

 

Frage IKM: Wie sieht die Betreuung der Serviceangebote ArtGallery, eCards, Bildersuche, ArtMemory aus? Diese werden sicherlich sehr viel Arbeitszeit in Anspruch nehmen.


Kunstpavillon: Über die in den Jahren angefallenen ehrenamtlichen Arbeitsstunden möchten wir lieber erst gar nicht nachdenken. Es war allerdings schon bei der Ideenfindung und Entwicklung immer ein ganz zentrales Thema, die EDV-Programme so zu programmieren und zu gestalten, dass eine Automatisierung der einzelnen Arbeitsabläufe immer gewährleistet ist. Seit Anbeginn unseres Vereins war uns daher klar, dass wir es andernfalls nicht schaffen würden, das Projekt Kunstpavillon hinsichtlich Personalressourcen und -aufwand wirtschaftlich zu schaukeln.


Frage IKM: Ist es Ihrem Team, oder wenigstens einem Teil des Teams möglich sich ausschließlich der Kunstplattform zu widmen oder benötigen sie weitere Jobs?


Kunstpavillon: Jedes unserer aktiven Mitglieder geht nach wie vor einem geregelten Job nach, zwei davon sind zudem noch selbstständig tätig. Sämtliche Vereinstätigkeiten werden weiterhin ehrenamtlich von allen unseren Mitgliedern erledigt, selbst wenn einige von uns die Arbeit auch gerne hauptberuflich bewerkstelligen würden. Möglicherweise kommt dann doch noch eher als erwartet der Zeitpunkt, wo wir das auch umsetzen können.


Frage IKM: Wer waren die ersten Künstler die bei Ihnen ausgestellt haben? Waren diese schwer von dem Internetkonzept zu überzeugen?


Kunstpavillon: Wir haben die ersten Künstler für unsere Plattform und unser Konzept vorrangig in unserem Bekanntenkreis angesprochen. Zweifelsohne hatten die meisten der potentiellen Aussteller von einer künstlerischen Internetvermarktung bei der damaligen Vereinsentstehung noch nie oder selten etwas gehört, es waren aber nach Vorstellung unserer Idee die meisten relativ schnell einverstanden mitmachen zu wollen. Selbstverständlich möchte aber nicht ein jeder Künstler sich und seine Werke im Internet der Öffentlichkeit präsentieren.


Frage IKM: Würden Sie sagen, dass jede Kunstart bei Ihnen ausstellen kann? Oder würden Sie „vorselektieren“ da manches vielleicht über das Internet an Qualität verliert.


Kunstpavillon: Wir behalten uns das Recht vor, Kunstobjekte ohne Angabe von Gründen auf unserer Plattform abzulehnen. Grundsätzlich sind wir aber in der Auswahl an künstlerischer Freiheit sehr tolerant. Das soll aus unserer Sicht auch in Zukunft so bleiben. Einem Qualitätsverlust an Kunst nur wegen der Verbreitung im Internet, dieser Aussage können wir nicht beipflichten. Was ist Kunst? Kunst ist, was gefällt, und das liegt bekanntermaßen immer im Auge des Betrachters.


Frage IKM: Wo sehen Sie den Kunstpavillon in den nächsten 5 bis 10 Jahren?


Kunstpavillon: Die Kunstplattform wird in Zukunft durch Umsetzung neuer Ideen eine noch stärkere Verbindung der beiden Gruppen Anbieter und Interessierte aufbauen können. Durch unsere wirtschaftliche Freiheit ist einerseits erst eine wirkliche kreative Denkweise möglich, andererseits die Gewähr, weiterhin erfolgreich und wirklich unabhängig am Markt agieren zu können. Neben unserer Kunstplattform beschäftigen wir uns ferner mit Themen wie alternative Energietechniken sowie mit nachhaltigen Konzepten für Wirtschaft und Tourismus, die einen noch festeren Stellenwert in unserem Vereinsleben einnehmen werden. Letztendlich geht es uns um die Verwirklichung unserer Interessen und Ideen, aber auch darum, eine Symbiose dieser unterschiedlichsten Vorstellungen und Richtungen zu finden, um davon – nicht unbedingt in materiellen Werten gemessen - gut und nachhaltig in unserem Bezirk Osttirol leben zu können.

 
     
     
     
     
     
   
   
 
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